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Sufismus
Der Weg des Herzens: Dhikr, Musik und die Worte der Meister – im Sufi-Zentrum Ludwigshafen am Rhein.
Was Sufismus ist
Der Sufismus ist die innere, mystische Dimension des Islam. Wer diesen Weg geht, sucht die Nähe zu Gott nicht nur im Wissen, sondern im Herzen: durch Läuterung, Hingabe, Dienst an den Menschen und Liebe zu allem Geschaffenen.
Im Mittelpunkt steht der Dhikr, das Gedenken Gottes. Dabei werden Namen Gottes und Gebetsformeln gemeinsam wiederholt – gesprochen und gesungen, oft begleitet von Ney und Trommel. So wird aus vielen Stimmen ein Atem, aus vielen Herzen ein Herz.
Harmonie der Herzen e.V. ist das Sufi-Zentrum in Ludwigshafen am Rhein. Hier kommen wir zum Dhikr zusammen, musizieren, lernen und begegnen einander – offen für Menschen jeder Herkunft.
Dhikr in Ludwigshafen
Zwei Abende aus unserem Zentrum, aufgenommen vom Verein. Beide Videos liegen bei YouTube und werden erst nach dem Klick geladen.
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Mevlana Dschelaleddin Rumi
Mevlana Dschelaleddin Rumi (1207–1273) lebte und lehrte in Konya. Sein Hauptwerk, das Masnavi, beginnt mit der Klage der Ney: Die Rohrflöte sehnt sich nach dem Röhricht, aus dem sie geschnitten wurde – wie der Mensch nach seinem Ursprung. Darum ist die Ney für uns mehr als ein Instrument.
Aus Mevlanas Kreis ging der Mevlevi-Orden hervor, bekannt für den Sema, den drehenden Tanz der Derwische. Seine Verse über Liebe, Trennung und Heimkehr gehören bis heute zu den meistgelesenen Gedichten der Welt.
„Höre die Ney, wie sie erzählt – wie sie von der Trennung klagt: Seit man mich aus dem Röhricht schnitt, weinen Mann und Frau bei meinem Klang.“
Mevlana Dschelaleddin RumiMasnavi, Buch I, Eröffnungsverse„Die Liebe ist das Astrolabium der Geheimnisse Gottes.“
Mevlana Dschelaleddin RumiMasnavi, Buch I„Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort begegnen wir uns.“
Mevlana Dschelaleddin RumiVierzeiler aus dem Divan
Weitere Meister des Weges
Der Sufismus hat viele Stimmen. Drei davon begleiten unsere Arbeit besonders.
Yunus Emre
Anatolischer Dichter des 13. und 14. Jahrhunderts. Seine Verse in einfacher türkischer Sprache handeln von Liebe, Demut und dem Wert jedes Menschen.
Hacı Bektaş Veli
Sufi-Meister des 13. Jahrhunderts in Anatolien. Seine Lehre vom Suchen im eigenen Inneren und von Hand, Lende und Zunge prägt bis heute.
Ibn Arabi
Geboren 1165 in Murcia, gestorben 1240 in Damaskus. Einer der großen Denker des Sufismus – sein Gedicht vom Herzen, das jede Form annimmt, ist ein Bekenntnis zur Religion der Liebe.
„Lasst uns einander kennenlernen und die Dinge leicht machen. Lasst uns lieben und geliebt werden – die Welt bleibt niemandem.“
Yunus Emreanatolischer Dichter, 13./14. Jahrhundert„Wir lieben das Geschaffene um des Schöpfers willen.“
Yunus Emreanatolischer Dichter, 13./14. Jahrhundert„Was du auch suchst – suche es in dir.“
Hacı Bektaş Velianatolischer Sufi-Meister, 13. Jahrhundert„Mein Herz ist fähig geworden, jede Form anzunehmen: eine Weide für Gazellen, ein Kloster für Mönche, die Kaaba des Pilgers, die Tafeln der Tora, das Buch des Koran. Ich folge der Religion der Liebe, wohin auch ihre Karawanen ziehen.“
Ibn ArabiTardschuman al-Aschwaq, Gedicht XI


